Rezension
Ein amerikanischer Musiker (der seine Band noch dazu nach einer Metropole im Nahen Osten benannte), eine schwedische Artistentruppe, eine deutsche Autorin. So gesehen ist das siebte Beirut-Album schon eine sehr internationale Angelegenheit. Zach Condon schrieb die elf Songs und sieben Instrumentals im Auftrag der Stockholmer Kompani Giraff, deren aktuelles Programm auf dem Buch "Verzeichnis einiger Verluste" (2018) der Autorin Judith Schalansky beruht, in welchem man neben ausgestorbenen Tierarten, untergegangen Inseln und nicht mehr existierenden Gebäuden unter anderem auch dem Mann begegnet, der die verlorenen Gedanken der Menschheit archiviert, eine Idee, die auf Condon besondere Faszinationskraft ausübte – und wer das bisherige Werk des Songwriters kennt, wird sich kaum darüber wundern, daß jener hier einen idealen Stoff für seinen charakteristischen Kammerpop fand. Weswegen man auch schnell feststellen wird, daß es sich bei dieser "Bühnenmusik" um alles andere als ein Nebenwerk handelt. Längen muß man trotz dem hohen Anteil an Instrumentalmusik in diesen ca. 60 Minuten übrigens auch nicht befürchten. – Transparent blaues Vinyl. (2025)




