Johannes Brahms

Konzert für Violine, Violoncello und Orchester

Weitere Werke:  Clara Schumann: Trio op. 17
Weitere Interpreten:  Anne-Sophie Mutter, Violine / Pablo Ferrández, Violoncello / Tschechische Philharmonie, Dirigent: Manfred Honeck
Label/AN:  Sony Classical, 19658741101
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Konzerte in Oxford und Madrid gingen der (Live-)Aufnahme in Prag voraus; die beiden Solisten waren also bestens aufeinander eingespielt. Für den spanischen Cellisten ist dies (wiewohl er schon viele internationale Wettbewerbe gewonnen hat) natürlich der Ritterschlag; die Stargeigerin (die den Musiker seit Jahren fördert) machte die Aufnahme auch nicht zuletzt aus eben diesem Grunde; sie selbst sagt, sie habe als junger Mensch so unsäglich viel Glück gehabt, daß sie so viel wie möglich davon an die junge Musiker-Generation weitergeben möchte. “Bücken” muß sie sich allerdings nicht, um mit Ferrandez auf Augenhöhe zu sein – das Zusammenspiel der beiden Soloinstrumente ist perfekt und betont wunderbar den oft kammermusikalischen Charakter dieses Konzertes, besonders herrlich zu hören im Andante. Manfred Honecks (eigentlich Chef in Pittsburgh) sensibilistisches Dirigat ist in diesem Zusammenhang ebenfalls hervorzuheben. Und Mutter erweist sich einmal mehr (wie ja schon des öfteren in ihrer jüngeren Diskographie) als hervorragende Ensemble-Musikerin. Eine Aufnahme, die dem Idealbild des Komponisten sehr entgegenkommen sollte, und die man in Zukuft zu den Referenzeinspielungen zählen darf… Sie mit Clara Schumanns G-Moll-Trio (den Klavierpart spielt Mutter langjähriger Partner Lambert Orkis) zu koppeln, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn Brahms’ gute Freundin mochte das Konzert nicht – die Soloparts empfand sie als nicht brillant genug. Vielleicht würde sie anhand dieser Einspielung, die ganz gezielt auf virtuose Brillanz verzichtet zugunsten des Ensemble-Klanges, ihre Ansicht ändern. Die Zusammenstellung ergibt musikalisch auf jeden Fall Sinn… (2022)