Hélène Grimaud

Memory

Label/AN:  Deutsche Grammophon, 4835358
Format:  LP 180g

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Rezension

Die französische Pianistin spielt bekanntlich ungerne Werkzyklen ein, stellt stattdessen lieber verschiedene Stücke unter ein Thema – und führte so das eigentlich eher mit Progressive Rock verknüpfte Prinzip des Konzeptalbums in die Klassik ein. Diesmal geht es um das Thema “Erinnerung” – daß Musik oft mit bestimmten Erlebnissen verknüpft ist, daß sie Bilder aus der Vergangenheit wieder lebendig werden lassen kann, ist kein Geheimnis. Die Synästhetin Grimaud sammelte über einen langen Zeitraum Klavierstücke, die für sie die dabei entstehende, besondere Stimmung einfangen. Werke von Satie, Chopin und Debussy wählte sie vor allem aus, aber auch der ukrainische Zeitgenosse Valentyn Sylvestrov ist mit zwei Stücken vertreten; am Schluß steht eine eigens für sie geschriebene Klavierfassung von “Breathing Lights”, Grimauds Lieblingsstück ihren guten Freundes und regelmäßigen muskalischen Partners, des Experimental-Komponisten Nitin Sawhney. Anders als bei “normalen” Klavier-Sammelprogrammen entsteht hier tatsächlich ein großes Gesamtbild, kommunizieren die Stücke miteinander, scheinen sogar fast zwingend aufeinander zu folgen – und erlangen so auch eine ganz andere Bedeutung oder Wirkung, als wenn man sie innerhalb ihrer “gewohnten” Umgebung hören würde, seien es Chopins Mazurken oder Saties “Gymnopédies”. Ein abermals so außergewöhnliches wie faszinierendes Klavier-Recital von einer der größten Pianistinnen unserer Zeit. (2018)