Andrew Cyrille Quintet

Ode To The Living Tree

Label/AN:  Venus Records, VHJD138
Format:  LP 180g

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Rezension

Diesen Namen hätte man im Katalog des ja eher für den klassischen Modern Jazz engagierten Venus-Labels eher nicht vermutet: Der langjährige Cecil Taylor-Schlagzeuger zählt bekanntlich zu den bedeutendsten Drummern des Free Jazz; ein Musiker, der stets nach Neuland sucht. Im Dezember 1994 fand er es im Senegal, wo er spontan in einem Studio in Dakar diese aufregende Session mit seiner damaligen Tourband aufnahm, bestehend aus den Saxophonisten David Murray und Oliver Lake, Adegoke Steve Colson am E-Piano und Fred Hopkins am Bass – eine Mannschaft, die kaum für Easy Listening steht. Doch man staunt: Zwar lassen die Musiker an ihrer Herkunft aus der Avantgarde keinen Zweifel (grandios: Der Titeltrack oder Murrays afrikanisch gefärbtes “Dakar Darkness”!), zeigt aber etwa in “Do That Life Can Endure… P.S. With Love” auch eine unvermutete lyrische Seite. Unterm Strich vermutlich eines von Cyrilles zugänglichsten Alben, für Venus-Verhältnisse freilich radikal. Wobei es ein besonderes Vergnügen ist, solche Musik in der auf Tetsuo Haras Label üblichen Klangqualität zu erfahren! (1995/2018)