Myung Whun Chung

Piano

Label/AN:  ECM New Series, ECM2342
Format:  LP 180g

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Rezension

Man kennt den Koreaner heute vor allem als Dirigenten, doch hatte er seine Karriere als Pianist begonnen, als Teil des Chung-Trios mit seinen Schwestern und solo – er war der letzte Schüler des großen Artur Schnabel gewesen und hatte immerhin 1974 den zweiten Platz des renommiertesten Klavierwettbewerbs der Welt, des Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerbs, belegt. Mit 61 Jahren kehrt er nun zum Klavier zurück – mit einem außergewöhnlichen Album voller “gewöhnlicher” Stücke. Stücke, denen so ziemlich jeder Klavierschüler früher oder später begegnet, und genau die jungen Menschen sind es, für die Chung dieses Album nach eigenem Bekunden aufgenommen hat. Gealterte Exklavierschüler oder Musikliebhaber ohne praktische Erfahrung sind aber gewiß nicht ausgenommen. Was Chung mit diesem Recital aus Debussy (“Clair de lune”), Chopin (Nocturnes Nr. 8 & 20), Beethoven (“Für Elise”!), Schumann (“Träumerei”), Tschaikowsky (“Herbstlied”), Schubert (Impromtus D989 Nr. 2 & 3) und Mozart (Variationen KV 265) vor allem zeigen will, ist, wie viel man auch ohne stupende Virtuosentechnik mit musikalischem Einfühlungsvermögen erreichen kann. Dafür nimmt er das Tempo auch mal extrem zurück – das Impromptu Nr. 3 etwa dauert bei ihm über siebeneinhalb Minuten, sein Lehrer Schnabel spielte es in unter fünf –, doch gibt ihm das Ergebnis stets recht. “Piano” ist ein Album voller wunderbarer Musik, und man kann sich gut vorstellen, daß es dem einen oder anderen die Lust am Klavierspiel (zurück)geben wird. (2019)