Franz Schubert

Sonate Nr. 21 / 4 Impromptus / Ständchen

Weitere Interpreten:  Khatia Buniatishvili, Klavier
Label/AN:  Sony Classical, 19075841201
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Schwerelosigkeit und Intimität: Das sind sicherlich die wichtigsten Begriffe, um das Schubert-Bild der georgischen Pianistin zu beschreiben. Die einiges Selbstbewusstsein allein schon dadurch beweist, sich ausgerechnet D 960, Schuberts letzte Klaviersonate, als erste Aufnahme mit Musik dieses Komponisten auszusuchen. Und ihre Interpretation ist ein Statement: Weltentrückter hat man dieses Werk vielleicht noch nie gehört. Insbesondere das Andante sustenuto ist einzigartig: Vermutlich die langsamste je aufgenommene Version, die Musik scheint manchmal fast zum Stillstand zu kommen. “Himmlische Längen”: Jenes klassische Bonmot über die “große” C-Dur-Symphonie wird hier noch einmal mit wahrer Bedeutung gefüllt. Diese Musik scheint wirklich aus anderen Sphären zu stammen. Zu Extremen neigt Buniatishvili auch bei der Gestaltung der vier Impromptus: Ihre Wahl der Tempi als eigenwillig zu bezeichnen, wäre reines Understatement. Und man kann durchaus darüber streiten, ob sie dem Fluß und dem Verständnis der Musik zuträglich ist oder nicht. Aber unbestreitbar ist, daß hier mehr dahintersteht als bloßer Wille zum Anderssein – und daß die Pianistin mehr als einmal neue Sichtweisen auf das Wesen von Schuberts Musik ermöglicht. Gelungen auch die Wahl der “Zugabe” zu diesem Recital: Die Liszt-Transkription des “Ständchen”, auch hier wieder auffällig langsam, aber vielleicht niemals flehentlicher vorgetragen… (2019)