Edouard Lalo

Symphonie Espagnole

Weitere Interpreten:  Henryk Szeryng, Violine / Chicago Symphony Orchestra, Dirigent: Walter Hendl
Label/AN:  Analogue Productions / RCA Living Stereo, LSC2456
Format:  LP 200g, Quality Records

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Rezension

Nur vollständige Ignoranten halten diese Aufnahme für “zweite Wahl”: Szeryng statt Heifetz, Hendl statt Reiner. Blödsinn, natürlich. Denn Walter Hendl – beginnen wir mit dem Dirigenten – war bereits in den 30er Jahren am Curtis Institute in Philadelphia Fritz Reiners Lieblingsschüler gewesen; der legendäre Erzieher des Chicago-Orchesters holte ihn sich 1958 als Assistenten, Hendl blieb bis zum Tod seines Mentors im Jahre 1963. Und wenn dieser Mann nie den ihm gebührenden Ruhm einstrich, so vor allem deswegen, weil er sich nicht dafür interessierte und stattdessen an die Rochester School Of Music ging, um sein Wissen weiterzugeben. Henryk Szeryng wiederum, dessen Gewandheit in sieben Sprachen dazu geführt hatte, daß er im Zweiten Weltkrieg als Übersetzer und Verbindungsoffizier für den polnischen General und Chef der Exilregierung Wladyslaw Sikorski arbeitete (er gab in dieser Zeit über 300 Konzerte für die alliierten Truppen), ist fraglos einer der ganz Großen an der Violine – hatte sich aber nach dem Krieg bereits auf die Lehrtätigkeit (an der Musikhochschule von Mexico City) zurückgezogen. Doch ein Treffen mit Artur Rubinstein, dem er bei dieser Gelegenheit aus den Bach-Solosuiten vorgespielt hatte, führte glücklicherweise zur Wiederaufnahme seiner Solisten-Karriere: Der Pianist, mit dem er fortan immer wieder zusammenarbeiten sollte, war zu Tränen gerührt und beschwor ihn, seine Solisten-Tätigkeit wieder aufzunehmen. Szeryng nahm den Rat an – wir verdanken Rubinstein somit eine ganze Menge Weltrang-Aufnahmen. Unter anderem eine der besten Aufnahmen der “Symphonie Espagnole” der Tonträgergeschichte… (1959/2016, Pressung aktuell)