Pete Doherty & Frédéric Lo

The Fantasy Life Of Poetry & Crime

Label/AN:  Strap Originals, SOLP003
Format:  LP

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Rezension

Mit dem Vorgängeralbum “Peter Doherty & The Puta Madres” kündigte sich die Wende bereits an, wobei die alte Schludrigkeit sich immer noch gelegentlich zeigte und wir an dieser Stelle die Frage stellten, was denn schließlich ein Doherty-Album ohne Brüche und Risse wäre. Nun, die Antwort haben wir jetzt vorliegen, und sie lautet schlicht: Ein Meisterwerk. Der seit über zwei Jahren restlos cleane Doherty tat sich mit dem französischen Songwriter, Multiinstrumentalisten und Produzenten Frédéric Lo zusammen, den er kennengelernt hatte, als er sich 2019, nach dem Ende der letzten Libertines-Tour und einem weiteren Zusammenbruch, in sein Haus in der ländlichen Normandie zurückgezogen hatte. Die beiden stellten schnell fest, daß sie ein hervorragendes Songwriting-Team abgaben. Los nicht sparsame, aber stets feinsinnige Arrangements lenkten die Songs dann in eine Bahn, die an die Ära der späten 60er erinnert, als eine Menge Bands, die mit lauter und kompromißloser Rockmusik großgeworden waren (Kinks, The Who, The Pretty Things, um einige zu nennen), begannen, ihre Songs anspruchsvoller zu gestalten. Und man staunt, wie gut das zu Dohertys Stimme paßt. Der zeigt sich hier als Chansonnier von größtem Format; das Album erinnert weniger an The Libertines oder Babyshambles als etwa an Suede, die besten Momente in Morrisseys frühem Solowerk, manchmal gar an Scott Walker (stilistisch, nicht stimmlich natürlich). Es gab auf Dohertys Soloalben immer wieder Momente, die darauf hinwiesen, daß so ein Album möglich wäre. Nun existiert es real, und es ist vielleicht noch besser als erwartet. Wir hoffen auf viele weitere. (2022)