Thomas de Hartmann

The Music Of Gurdjieff / de Hartmann

Label/AN:  Light In The Attic, LITA158
Format:  5 LP + Download, Box

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Rezension

Der Komponist Thomas de Hartmann wurde bereits 1916 zum Schüler (oder Jünger) des griechisch-russischen Philosophen und Mystikers Georges Iwanowitsch Gurdjieff; etwa zehn Jahre später begann die intensive musikalische Zusammenarbeit, darin bestehend, daß Gurdjieff dem musikalisch ausgebildeten de Hartmann seine melodischen Ideen vorstellte, die dieser dann ausarbeitete. Nach esoterischer Spintisiererei klang diese Musik keineswegs. Sondern tatsächlich schlicht, schön und rein, selbst die Klaviermusik Eric Saties wirkt daneben beinahe “laut”. Ein Vorgriff nicht nur auf die amerikanischen Minimalisten – heute würde man diese Musik als “Neo-Klassik” bezeichnen. Der Intensität, die man hier erfahren kann, kommen allerdings nur die allerwenigsten aktuellen Vertreter der Gattung nahe. Anfang der 50er nahm de Hartmann den gesamten gemeinsamen Werkkorpus selbst auf – zu dokumentarischen Zwecken, eine Veröffentlichung war nie vorgesehen. Sie erfolgte indes über 30 Jahre später, um umgehend zum Kult-Phänomen zu werden. Und es ist nicht zuletzt dieser seltsame, weltferne, entrückte Klavierklang dieser mit minimalem Equipment entstandenen Aufnahmen, der ganz erheblich zur Wirkung beiträgt. Die ihrerseits schwer beschreibbar ist – fest steht, daß diese Musik nicht spurlos an einem vorbeigeht. Die damals erschienene vier LP-Box ist heute sehr gesucht und deutlich teurer als vorliegende Neuausgabe, die überdies ganze sieben bislang unveröffentlichte zusätzliche Stücke enthält. Gemastert wurde von den Originalbändern, die einzelnen LPs stecken in aufwendigen Tip-On-Hüllen, labelüblich wird die Edition von erläuternden Worten begleitet. Die Box hätte eigentlich zum Record Store Day 2019 erscheinen sollen, ist aber erst jetzt lieferbar. Limitiert auf 1000 Stück weltweit! (2019)