Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Violinkonzert op. 35

Weitere Werke:  Jean Sibelius: Violinkonzert op. 47
Weitere Interpreten:  Viktoria Mullova, Violine / Boston Symphony Orchestra, Dirigent: Seiji Ozawa
Label/AN:  Analogphonic / Philips, LP43174
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Die Wahl des Repertoires für ihr Debüt war naheliegend: Hatte die junge Russin, die 1983 auf einer Konzertreise durch Finnland auf schlagzeilenträchtige Art in den Westen geflohen war (die der Sowjetunion gehörende Stradivari ließ sie auf dem Hotelbett zurück), doch erst 1980 den Sibelius-Wettbewerb in Helsinki, dann zwei Jahre später den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewonnen. Ausgezeichnet (u.a. mit einem “Grand Prix du Disque”) wurde sie dann zu Recht auch für diese Aufnahmen vom Oktober 1985 mit dem Boston Symphony Orchestra unter Seiji Ozawa. Man staunt ob der musikalischen Reife der Mittzwanzigerin, der damals schon jede virtuose Showmanship fremd war: Ihre sensible Herangehensweise, ihre pure Hingabe ans Werk spürt man in den ersten Takten des Tschaikowsky-Konzertes. Welches (trotz eines äußerst berührenden Adagio-Satzes) von ihrer Sibelius-Interpretation sogar noch übertroffen wird: Eine hochemotionale, dabei von jeder Süßlichkeit freie Aufnahme, die seither immer wieder zu den Referenz-Einspielungen des Werkes gezählt wird. Nicht nur übrigens in bezug auf den solistischen Part: Seiji Ozawa und seine Bostoner begeistern mit einem an Nuanciertheit kaum zu übertreffenden Spiel. – Die Neuausgabe räumt beiden Konzerten je eine LP ein – ein hörbarer Vorteil gegenüber der Originalpressung mit ihren deutlich über 30 Minuten Spielzeit pro Seite! (Teurer als die Wiederauflage ist sie übrigens trotzdem.) (1986/2021)