Rezension
Das 2024er Album "Wild God" war nach den Trauerarbeiten "Skeleton Tree" und vor allem "Ghosteen" ein Bekenntnis zum Licht, zum Leben. Und die Konzerte der anknüpfenden Tour glichen mehr denn je Messen, religiösen Erfahrungen. Man ist verblüfft, wie viel davon sich auf Tonträger festhalten ließ: Caves Aura ist fast greifbar, die Performance der Bad Seeds um Zeremonienmeister Warren Ellis von nicht in Worte zu fassender Intensität (phantastisch allein das Rhythmus-Duo aus Drummer Larry Mullins und "Ersatzbassist" Colin Greenwood!), der gefühlt hundertstimmige Chor (in Wahrheit sind es nur vier Sängerinnen!) strahlt in überirdischem Licht. Besondere Erfahrungen waren Cave-Konzerte schon immer, aber das hier hat eine neue, schon fast einschüchternde Qualität. The Gospel according to Nick Cave: Wer hiervon nicht berührt, nein, ergriffen wird, hat seine Seele vermutlich an der Garderobe abgegeben. (2025)






