Rezension
Man liest die Namen neben dem des Snarky Puppy-Gründers und -Bassisten und denkt sich: Latin Jazz, alles klar. Nein, gar nicht. Denn was League hier mit dem langjährigen Pat Metheny-Drummer Antonio Sánchez (Mexiko) und dem kubanischen Percussion-Genius Pedrito Martínez (der hier auch als eindringlicher Vokalist glänzt) erschuf, transzendiert die Genre-Grenzen, ist etwas Neues. Und etwas so Aufregendes, daß seine Nachwirkung im Moment noch kaum absehbar ist: Hier wurde eine neue Seite, wenn nicht ein neues Kapitel im Buch des Jazz aufgeschlagen. Am Anfang waren nur die Percussion- und Gesangsspuren da, League konstruierte dann im Studio die endgültigen Ergebnisse mit Bass, Gitarren und Keyboards. Das Ergebnis: Eine zwischen afrikanischen Wurzeln, lateinamerikanischen Grooves und nordamerikanischem Avant-Jazz (ja, der elektronische Anteil ist hoch) oszillierende Musik, die den Hörer gleichermaßen mitreißt und fordert. Und weit in die Zukunft weist. (Lesenswert ist Thierry De Clemensats ausführliche Rezension auf Paris-Move!) (2026)






