Rezension
Es wird wohl aller Wahrscheinlichkeit nach das letzte Album des Folk-Veteranen, der Paul Simon, Richard Thompson und viele andere beeinflußte, bleiben. Nicht nur aufgrund seines hohen Alters (83 bei den Aufnahmen im Jahre 2024), sondern auch aufgrund des Konzeptes – denn Carthy kehrt hier großenteils zu den Songs seines 1965er Debütalbums zurück, sieben der hier zu hörenden elf Songs finden sich darauf. Das sieht schon sehr nach dem schließen einer großen Klammer aus. Es ist spannend zu hören, wie er jene Songs mit 60 Jahren Abstand und Erfahrung neu interpretiert, teils ganz anders als einst ("Scarbarough Fair", das Paul Simon einst von Carthy lernte, ist ein besonders schönes Beispiel). Seine Tochter Eliza begleitet ihn bei drei Songs auf der Fiddle, auf drei weiteren bringt die Sitar-Spielerin Sheema Mukherjee ganz andere Klangfarben ein; die anderen fünf spielt Carthy allein. "The Ballad Of Springhill" schließt das Album ab, Carthy singt es beinahe a capella, in der Mitte kommt Elizas Fiddle dazu. Seine letzten Worte scheinen noch lange im Raum zu stehen. (2025)






