Rezension
Der Albumtitel ist Programm – die Songwriterin öffnet ihr Herz und ihre Seele, nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Offenheit dieses Albums – ihres dritten, mit dem die gebürtige New Yorkerin nach zwei bereits sehr positiv aufgenommenen Vorgängern zum ersten und einzigen Male die Spitze der Charts erreichte – ist nicht nur eine rein textliche, man spürt sie in Simons Gesang, und das macht den bis heute ungebrochenen Zauber dieses von Richard Perry kongenial produzierten Meisterwerkes aus. Die Besetzung ist erlesen – neben der Kernband mit Bassist Klaus Voormann und Drummer Andy Newmark treten u.a. Bill Payne und Lowell George, Paul und Linda McCartney, Bonnie Bramlett, Nicky Hopkins, Bobby Keys, Jim Keltner und Ray Cooper in Erscheinung. Ein Geheimnis birgt dieser Meilenstein des Singer/Songwriter-Pop jener Ära freilich doch: Wer mit "You're So Vain" gemeint ist, bleibt umstritten. Einigermaßen sicher ist, daß der im Background ungenannt mitsingende Mick Jagger es nicht ist, und ihr damaliger Ehemann James Taylor erst recht nicht. Es spielt freilich auch nicht die geringste Rolle, der Song ist Simons wichtigster Beitrag zur amerikanischen Kulturgeschichte und findet sich immer noch in der Billboard-Liste der 100 "Greatest Songs of All Time". Der höchste Gipfel eines Albums ohne Niederungen, hier erstmals auf 45 Touren, limitiert auf 3000 Stück. (1972/2026)






