Rezension
Der legendäre Produzent und Dub-Miterfinder hatte hörbar Spaß im Studio von Jan St. Werner und Andi Toma, wo diese Aufnahmen im Spätjahr 2019 entstanden. Daß der 2021 verstorbene Perry Freude an weirden Sounds hatte, ist ja kein Geheimnis, der Großteil seiner Diskographie zeugt davon. Hier traf er auf Geistesverwandte. Ein Reggae-Album wollte er explizit nicht machen, aber manchmal kommen die Jamaika-Grooves natürlich doch durch. Außerdem prägt sein charakteristischer Sprechgesang das Album. Die von Mouse On Mars repräsentierte Krautrock-Tradition ist aber trotzdem meist tonangebend. Ein ziemlich grandioser Kultur-Clash – man fragt sich nur, warum das erst jetzt veröffentlicht wird. Vielleicht, um Abstand zu schaffen zu Perrys inflationärer Veröffentlichungspolitik in seinen letzten Lebensjahren. Wenn dies hier nun tatsächlich die letzten Aufnahmen sind, so sind diese für ein Vermächtnis zwar zu untypisch – aber eine wunderbare Erinnerung, was für ein Musiker dieser Rainford Hugh Perry war. Open-minded, to say the least. (2026)




