Rezension
Vor allem wohl motiviert durch die hohen Albumverkäufe der Konkurrenz mit B.B. King versuchte man bei Chess, Muddy Waters' Sound entsprechend anzupassen, mit fetter Bläsertruppe um Saxophonist und Koproduzent Gene Barge und Orgel (Pinetop Perkins neben Otis Spanns Piano). Für einige exzellente Harmonika-Soli von Meister James Cotton ist glücklicherweise dennoch Platz. Teilweise ist das so "soulig", daß Stax/Volt-Territorium nicht mehr weit ist – und das funktioniert ganz erstaunlich gut. Es ist vor allem der Sänger Muddy Waters (die Gitarren, die man hört, spielen in der Regel Pee Wee Madison oder Sammy Lawhorn), der hier glänzen darf, und er tut's. Ein untypisches, daher gerne unterschätztes Album. Das Experiment wurde (trotz sehr ordentlicher Verkäufe) nicht fortgesetzt, beinahe schade… – In solch spektakulärer Klangqualität war die satte Brass-Power dieses Albums sicher noch nie erlebbar! (1966/2026)






