Rezension
Ein Album, das eigentlich ein Grund zum Jubeln hätte sein sollen – zeigte es Bowie doch auf einem kreativen Hoch wie zuletzt wohl in den 70ern. Doch nur zwei Tage nach Veröffentlichung des Albums – gleichzeitig der 69. Geburtstag des Künstlers – erlag David Bowie überraschend einer gut vor der Öffentlichkeit verborgenen Krebserkrankung. Und somit wurde das 25. Studioalbum gleichzeitig zum Vermächtnis. Und so schwer der Verlust wiegt: Bowie verabschiedete sich mit einem seiner größten Alben überhaupt. Auslöser dazu war der Besuch eines Konzertes des Jazzsaxophonisten Donny McCaslin, von dem Bowie derart begeistert war, daß er ihn wenig später samt seiner Band ins Studio einlud. Erstes Ergebnis war "Sue (Or In A Season Of Crime)", erschienen als Single bereits 2014, und so ermutigend, daß ein komplettes Album in Angriff genommen wurde – ein Album, das auf eine Art Jazz und Pop vereint wie kaum ein anderes zuvor. Neben Saxophonist McCaslin prägen auch dessen Kollegen John Lindner (Keyboards), Tim Lefebvre (Bass) und der fabelhafte Drummer Mark Giuliana diese sieben Songs. Die klingen nicht nur wie nichts sonst im Werk des Großkünstlers Bowie, sondern sind auch darüber hinaus stilistisch schwer einzuordnen. Jazz Rock ist es jedenfalls ganz gewiß nicht. Unverkennbar Bowie ist es aber doch. Und fraglos ein Meisterwerk. Welches man eigentlich als kreative Wiedergeburt seines Schöpfers feiern wollte. Der Abschied fällt umso schwerer, auch über eine Dekade später. (2016/2026)






