Rezension
Island-Chef Chris Blackwell fand diese Songs so persönlich, daß er die Veröffentlichung ein ganzes Jahr verzögerte – um sicherzugehen, daß Martyn sie nicht doch zurückziehen würde (so rücksichtsvolle Plattenbosse waren freilich auch damals ungewöhnlich). Denn auf "Grace And Danger" sezierte der Songwriter das Ende seiner Ehe zu Beverly Martyn, die ja nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern auch die musikalische Partnerin auf etlichen seiner wichtigsten Arbeiten gewesen war. Interessant dabei, daß das intime Werk stilistisch mit Martyns Folk-Wurzeln kaum etwas gemein hatte: Die hochpräzise, fast nackt wirkende Produktion, die ausgesprochen tight zusammenspielende Band mit einem hervorragenden Phil Collins am Schlagzeug sind indes genau der richtige Hintergrund für diese mitten ins Herz treffenden Songs. Die sowohl in bezug aufs Songwriting wie gesanglich nicht nur zum Besten in der Martyn-Diskographie gehören, sondern auch zu den Höhepunkten des Pop jener Ära. (1980/2026)






