Rezension
Joe Zawinul hatte hier das Ruder übernommen – das allerdings nicht für Zurschaustellung seiner pianistischen Fähigkeiten genutzt, sondern für einen äußerst dichten Ensemblesound, in welchem nicht die Soli, sondern der Groove das wesentliche Element darstellen. Die Weichen werden im Opener "Boogie Woogie Waltz" gestellt, einem fast viertelstündigen Funk-Manifest im Dreivierteltakt. Auch in den folgenden Titeln, meist mit stark lateinamerikanischem Einschlag, ist es die Rhythmusgruppe aus Miroslav Vitous, Eric Gravatt und Dom Um Romão, die eindeutig die Hauptrolle spielt (aber als ein Ganzes!); Zawinul (der sein Rhodes-Piano mit einem Wah-Wah-Pedal verband und Saxophonist Wayne Shorter setzen nur die Akzente. Heißer und körperlicher als hier war Fusion Jazz kaum je. (1973/2012, Pressung aktuell)






