Rezension
Das vierte bis neunte Soloalbum des My Morning Jacket-Masterminds – je nachdem, ob man Albumlange "EPs" und Kooperationen mitzählt, aber auf jeden Fall das erste seit mindestens sieben Jahren; drei Alben seiner Band gab es inzwischen. In dieser Zeit stapelten sich Ideen in James' Archiv, und nach der letzten MMJ-Tour beschloß er, diese endlich zu ordnen und gegebenenfalls auszuarbeiten. Zehn Fragmente schafften es in die Endauswahl, aus denen James (fast alle Instrumente selbst spielend) dieses Album konstruierte – ein Album von unter diesen Bedingungen kaum überraschender Vielfalt, wir begegnen in einem Song Brian Eno, im nächsten vielleicht Joy Division oder Curtis Mayfield (oder sind es Lambchop zu Kurt Wagners Mayfield-Phase?), und man könnte hier noch lange weitermachen, zumal es in der Regel mehr als einen hörbaren Einfluß pro Song gibt. James ist allerdings ein zu guter Songwriter, um es bei Stückwerk zu belassen; es mag zu Brüchen zwischen den Songs kommen, aber diese selbst sind makellos – schließlich handelt es sich ja auch um eine echte "Auslese" aus wer weiß wie viel Ideen. Man könnte das auch durchaus Prog Rock nennen, wenn man darunter landläufig nicht ganz andere Musik verstehen würde… (2026)






