Rezension
Lange Zeit verwehrte man der 1973 verstorbenen Sängerin und Gitarristin den ihr gebührenden Platz in der Geschichte des Rock'n'Roll, erst in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Bedeutung der "Schwester" weit über das Gospel-Genre hinausgeht. Denn Rosetta Tharpe vermochte nicht nur mit ihrer Stimmgewalt jedes Publikum in ihren Bann zu ziehen, sie spielte auch eine ganz erstaunliche Gitarre dazu, und ihre 1938er (!) Aufnahme des Gospel-Klassikers "Rock Me" gilt als grundlegender Einfluß auf die Rock'n'Roll-Pioniergeneration, von Elvis bis Little Richard. "Gospel Train", aufgenommen 1956, rockt denn auch kaum weniger als deren Debütwerke. Wie es im damaligen "Billboard"-Review so schön hieß (wobei das Zitat von dem Methodisten-Prediger John Wesley stammt): "Why should the devil have all the good tunes?" Dieses Album ist der bleibende Beweis, daß er sie eben nicht alle hat. – Reissue aus der "Verve Vault Vinyl"-Reihe, gemastert von Ryan K. Smith! (1956/2026)






