Rezension
Wenn einer der Grandseigneurs der Americana-Welt mit über 70 ein Album veröffentlicht, das nur seinen Namen trägt, erwartet man Außergewöhnliches. "Buddy Miller", das erste Solo-Werk seit 15 Jahren (dazwischen lagen zwei mit Ehefrau Julie, die hier auch an einigen Songs mitschrieb), scheint dann auch eine Art umspannendes Resümee zu sein – eine Rückschau und Bestandsaufnahme, in musikalischer wie inhaltlicher Art. Folk, Country, Rock, auch eine Menge Soul sind darauf, viele Songs scheinen eine autobiographische Note zu haben, nicht zuletzt tauchen eine Menge Freunde und Wegbegleiter aus verschiedenen Generationen auf, von Dan Penn über Jim Lauderdale, Shawn Colvin und Lee Ann Womack bis Regina McCrary (McCrary Sisters); diesbezüglicher Höhepunkt ist der Neo-Gospel "The Inner Sanctum Of God" – mit Emmylou Harris, Larry Campbell und Teresa Williams. Doch im Zentrum, mit sanfter, aber unumstößlicher Autorität, ist immer Millers Stimme. Bei einer solchen Diskographie ist es immer gefährlich, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, aber man ist schon sehr versucht, vom "besten Album" zu schreiben. Zumindest das intensivste dürfte es wohl sein. (2026)






