Rezension
Wer sich Mitte der 90er intensiv mit Hip Hop beschäftigte, dem mußte dieses neue Genie am Turntable bereits aufgefallen sein, bevor jenes bahnbrechende Album-Debüt erschien. Was Josh Davis alias DJ Shadow (damals 24) da vorstellte, war so etwas wie eine Symphonie aus Samples: Jeder noch so kleine Baustein hier stammt von irgendeiner alten Vinylplatte, buchstäblich tausende wurden verwendet, aus den unterschiedlichsten Genres, dazu auch noch Schnipsel aus Filmen oder Interviews. (Wie man in so jungen Jahren so viel unterschiedliche Musik gehört und auch noch bezüglich ihrer "Verwertbarkeit" abgespeichert haben kann, bleibt ein unerklärliches Phänomen.) Was dabei entstand, war aber weit mehr als eine faszinierende Sound-Collage: Davis schuf ein musikalisches Großkunstwerk und stellte damit die gesamte noch junge DJ-Kultur auf eine neue Stufe. "Endtroducing…" blieb nicht lange das einzige ausschließlich auf Samples basierende Album, in seiner genialischen Perfektion erreicht aber wurde es kaum jemals wieder. – Limitierte Neuausgabe zum 30. Albumgeburtstag, Halfspeed-Mastering in den Abbey Road-Studios, olivgrünes Vinyl. (1996/2026)






