Rezension
Seine psychischen Probleme verhinderten die Fortsetzung der Diskographie – aber dieses letzte Soloalbum Hathaways gehört zu den ganz großen Meisterwerken des Autoren-Soul, neben den Meilensteinen von Marvin Gaye und Stevie Wonder. Schon der erste Track sprengt die Grenzen der Gattung: Eine fünfeinhalbminütige Orchester-Komposition ohne Gesang, eine verblüffende Mischung aus Ravel, Debussy, Strawinsky, Gershwin und Motown. Darauf folgt mit "Someday We'll All Be Free" einer der besten Hathaway-Songs überhaupt. In "Valdez In The Country" spielt Hathaway ein Solo auf dem Rhodes-Piano, das seine instrumentale Meisterschaft zeigt; sein Gesangstalent strahlt wohl am Hellsten in seiner Version von Al Koopers "I Love You More Than You'll Ever Know" – wohl doch die beste existierende Version des Songs! Die komplexen Arrangements, alle von Hathaway selbst, erstaunen immer wieder – und prädestinieren das Album für eine audiophile Ausgabe. Ein Wunsch, den Speakers Corner nun endlich erfüllt hat. (1973/2026)






