Rezension
Eigentlich ist das "Symphonic Amadeus Festival" des Orchesters der Stadt Asheville, North Carolina, eine Klassik-Veranstaltungsreihe – allerdings eine mit offenen Grenzen. So war das Auftaktkonzert im Jahre 2019 etwa eines von Southern Rock-Ikone Warren Haynes – mit dem 64köpfigen Orchester als Verstärkung seiner Band. Nun ist Haynes' Genre ja nicht so ganz die Gattung, die man mit Experimenten dieser Art verbindet – aber das Konzept geht auf. Schon mit in einer über elfminütigen Fassung von Gregg Allmans "Dream" hat Haynes sämtliche Zweifel ausgeräumt. Es folgen überragende Versionen von Klassikern der Allmans, Gov't Mule und aus der Solo-Diskographie, garniert mit solchen von Kollegen aus der Americana-Welt – etwa "Terrapin Station", "Black Peter" und "Shakedown Street" aus dem Grateful Dead-Repertoire oder ein episches "Makes No Difference" (The Band). Auch die Version von U2s "One" muß erwähnt werden. Immer wieder überrascht, wie viel Freiraum für die Band trotz der Orchester-Arrangements bleibt – große Haynes-Gitarren-Momente gibt es reichlich, auch Saxophonist Greg Osby steuert überragende Soli bei. Auf Youtube läßt sich die Show schon lange goutieren; schön, daß man sie endlich auch auf Tonträger bekommt. – Gelbes Vinyl. (2026, rec. 2019)





