Rezension
Die Alben des Saxophonisten für Blue Note waren allesamt solche, die den typischen Sound des Labels mitdefinierten; dieses am 18. Juni 1965 in Rudy Van Gelders Studio aufgenommene ist keine Ausnahme, sondern ein besonders leuchtendes Beispiel! Zwischen Hard Bop-Tradition und Soul Jazz angesiedelt, doch die unmittelbare Zugänglichkeit täuscht leicht über Mobleys harmonischen Erfindungsreichtum hinweg. Vier der sechs Nummern schrieb er selbst ("The Dip", "The Break Through", "The Vamp" und "Ballin'"), alles Instant-Standards. Nicht weniger überzeugend sind die beiden Fremdkompositionen: Ein gelungener Ausflug auf brasilianisches Territorium mit Djalma Ferreiras "Recado Bossa Nova" und die Ballade "I See Your Face Before Me", die durchaus als Ben Webster-Hommage verstanden werden kann! Lee Morgan ist der perfekte Partner für die doppelte Bläser-Spitze; die Rhythmussektion besteht aus Harold Mabern, Larry Ridley und Billy Higgins. – HQ-Reissue aus der Tone Poet-Serie, Mastering von Kevin Gray. (1965/2026)






