Rezension
Während sie mit ihrem Vater Martin Carthy auf dessen Abschiedstour unterwegs war, hat die Thronerbin des Carthy/Waterson-Clans offenbar reichlich Songs geschrieben. Die britische Folk-Tradition ist als Basis (meistens) fühlbar, doch ist Eliza Carthy bekanntlich eine nach allen Seiten offene Musikerin: Dort ein Dub-Groove, hier ein Led Zeppelin-Riff; Post Punk, Art Rock, sogar Electronica wird je nach Bedarf mühelos integriert. Man ist dann fast überrascht, wenn dann plötzlich ein ganz traditionelles Fiddle-Thema im Raum steht – um sogleich von einem Latin-Beat konterkariert zu werden. Daß sich die Gegensätze niemals beißen, liegt zum einen an Carthys großem Songwritingtalent und ihrer universellen Einstellung, die sich auch in den Texten spiegelt – zum anderen aber auch an ihrer mit allen Wassern gewaschenen Band um ihren musikalischen Langzeit-Partner Ben Seal. 15 Songs sind es, eine gute Stunde Spielzeit – man wüßte freilich nicht, wo man kürzen sollte… (2026)




