Rezension
Wer die Band damals das erste Mal hörte, hätte wohl kaum auf das sonnige San Diego als Heimatort getippt. Eher Alaska, Kanada oder das nördliche New England. Wenn man sie nicht sowieso eher in Europa verortet hätte. Denn das Seitenprojekt von Three Mile Pilot-Sänger Pall Jenkins paßte mit seinen melancholischen Songs nicht in das Bild kalifornischer Pop-Traditionen. Man denkt eher an Jacquel Brel, Scott Walker oder Nick Cave. Mit Unterstützung vor allem von Multiinstrumentalist Tobias Nathaniel (der parallel dazu seinerseits bei 3MP eingestiegen war) inszenierte Jenkins seine Songs mit Klavier, Orgel, Akkordeon, singender Säge und dem 1967 von Richard Waters erfundenen Waterphone, einer Art akustischem Theremin. Sicherlich nicht die bunteste, wohl aber eine der schönsten Blüten des Indie-Rock der späten 90er… Erstmals seit Erscheinen wieder auf Vinyl, Originale kosten ein Mehrfaches. (1997/2026)






