Rezension
Aufgrund der Zartheit des hier gerade 20jährigen Sängers und Dichters und der kongenialischen Streicherarrangements von Alberto Abrantes, Rademés Gnatalli oder Laércio de Freitas ist man fast geneigt, Carlos Walker als Brasiliens Antwort auf Nick Drake zu beschreiben. Wenig in der sich gerade rasant entwickelnden Música Popular Brasileira klang so zerbrechlich, so außerweltlich – eigentlich wundert man sich kaum, daß das das Meisterwerk des jungen Mannes damals unterging, obwohl solch bedeutende Musiker wie João Bosco, José Roberto Bertrami von Azymuth oder Gitarrist Hélio Delmiro darauf zu hören sind. Bis heute ist dieses Album (Walker nahm nur zwei weitere auf, je eines in den beiden Folgejahrzehnten) eines der bestgehüteten Geheimnisse der MPB, gut erhaltene (aber schlecht gepreßte) Originale kosten ein mittleres Vermögen. Die MOV-Erstauflage war dann auch sofort vergriffen, nun gibt es nochmals 1000 Exemplare, diesmal in transparent-rot. (1975/2026)






