Rezension
1969 war der gebürtige Argentinier (seit 1957 in Deutschland lebend) zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der renommierten Rheinischen Musikschule Köln ernannt worden, in Personalunion mit der Position des Leiters der Kölner Kurse für Neue Musik, darin Karlheinz Stockhausen nachfolgend. Mit seinem neugegründeten Ensemble nahm er etwa um diese Zeit das vierteilige Werk "Acustica" auf. Die vier jeweils eine Schallplattenseite füllenden Teile sind unabhängig voneinander und bilden ausdrücklich kein Ganzes. Beschreibbar sind sie kaum. Die Musik mag nach zufälligen Geräuschen klingen, doch sind die Partituren höchst detailliert – und verlangen den Ausführenden einiges ab. Etwa die exakte Bedienung der zahlreichen erfundenen Instrumente, akustische wie elektronische (geschrieben ist das Werk für "experimentelle Klangerzeuger und Lautsprecher"), doch werden von den Musikern auch stimmliche Beiträge verlangt (auch hier eher im Geräuschsektor denn gesanglicher Art). Nicht weniger als die Befreiung von Musik von allen Konventionen war das Ziel. Ob dieser Weg, wie heute oft verlautbart, wirklich eine künstlerische Sackgasse war – für dieses Urteil ist es noch viel zu früh. Sollte es so sein, dann ist diese Sackgasse ein ausgesprochen spannender Ort… (1972/2026)





