Rezension
Wenn ein Veteran ein Album nach dem Jahr seines Erscheinens benennt, geht es meist um ein Update im Sound – so auch hier! Zwar hatte Jamal schon zuvor elektrische Instrumente verwendet, doch ist sein Debüt für das 20th Century-Label (für das er noch weitere sechs Alben aufnehmen würde) das erste, auf dem er ausschließlich ein Rhodes-Piano spielt, teils auch über Effektgeräte. Seine Tongebung auf dem Instrument ist allerdings nicht weniger faszinierend als am Flügel, seine Finger scheinen die Tasten kaum zu berühren. Das Repertoire ist aktuellen innovativen Soul-Alben entnommen, etwa von WAR ("The World Is A Ghetto") oder Stevie Wonder ("Superstition"), die Orchester-Arrangements von Richard Evans sind ebenfalls "state of the art", greifen gelegentlich gar der Disco-Ära voraus. Sprich: Nichts für Puristen. Für Soul Jazz- und Rare Groove-Fans allerdings ist das Album ein echter Schatz, zumal seit 50 Jahren nicht auf Vinyl zu haben – und in solcher Qualität ohnedies noch nie! – Reissue aus der Verve Vault Vinyl-Reihe, Mastering von Ryan K. Smith. (1973/2026)





