Rezension
Gut erhaltene Originale (auf Mainstream Records, MRL263) können auch mal vierstellig werden. Denn die Anzahl ist überschaubar, trotz einigen Aufwands auf Produktionseite (grandiose Arrangements von Basie-Saxophonist Ernie Wilikins, Musiker wie Cornell Dupree, Paul Griffin und Bernard "Pretty" Purdie) und der wirklich fabelhaften Gesangsleistung tendierten die Verkäufe anno 1972 gegen Null. Erst in den 90ern verbreitete sich der Ruf dieses Albums, das Alice Clarks einziges blieb; sie hatte sich nach dem Flop komplett von der professionellen Musikkarriere verabschiedet. Als 2019 endlich ein erstes Reissue des längst unerschwinglichen Albums erschien, war Clark bereits seit 15 Jahren tot. Heute gilt ihr Album als einer der höchsten Gipfel des klassischen Soul, ein Meisterwerk, auf dem einfach alles stimmt: Eine große Stimme, überragende Songs (allein drei von Bobby Hebb, zwei davon in Erstaufnahmen!) und Wilkins' dessen Jazz-Herkunft keineswegs verleugnende Instrumentierung. Ein echtes Must-Have, endlich nachgepreßt! (1972/2019, Pressung aktuell)






