Rezension
Ein Newcomer ist Dom Mariani, Jahrgang 1958, nun wirklich nicht. Aber den meisten hiesigen Hörern wird man den Australier (Sohn italienischer Einwanderer) trotz Hauptrollen in ikonischen Independent Bands von Down Under (u.a. The Stems, DM3, Datura4) doch vorstellen müssen. Zumal sein letztes Soloalbum erstens 15 Jahre zurückliegt und zweitens außerhalb Australiens auch kaum Notiz davon genommen wurde. Das sollte diesmal anders sein, schon aufgrund der internationalen Veröffentlichung auf Alive Natural Sound. Vor allem aber wegen der Musik, denn dies ist Marianis Meisterwerk: Hymnische Songs von geradezu verschwenderischem melodischem Reichtum, herrlich instrumentiert dort mit Pedal Steel, hier mit Al Kooper-Gedächtnis-Orgel. Man denkt vielleicht an Badfinger oder The Raspberries: Bands, die den schmalen Grad zwischen Pop und Rock immer wieder fanden. Wer Instant-Hits ohne die heute so oft übliche Überproduktion sucht, im warmen Analog-Sound der 70er, wird hier ein wahres Füllhorn finden. Liebt man nach spätestens zwei Songs! (2025)






