Rezension
Als "Bach-Königin" wird die 1958 geborene kanadische Pianistin gern bezeichnet, und fraglos zählt sie zu den bedeutendsten lebenden Autoritäten, wenn es um Bachs Klaviermusik geht; geschichtsträchtig war ihre 2007/08er Welttournee, auf der sie das gesamte "Wohltemperierte Klavier" aufführte. Einige Jahre zuvor überraschte sie mit vorliegendem Album, auf dem sie mal nicht die "Originale" interpretierte, sondern Bearbeitungen von Werken, die im Original zumeist für Orgel oder Chor komponiert wurden. Spannend ist dabei nicht zuletzt, daß diese Transkriptionen aus Zeiten kommen, in denen ein ganz anderes Bach-Verständnis herrschte, welches Hewitt dann auch nachzuvollziehen sucht – grandios etwa in Wilhelm Kempffs hochvirtuoser Bearbeitung der Sinfonia aus der Kantate BWV 29! Neben Kempff wählte Hewitt Arrangements von Mary Howe, Dame Myra Hess, William Walton, John Ireland, Herbert Howells, Harriet Cohen, Harold Bauer und Eugen d'Albert; die Klavierübertragung von "Wenn wir in höchsten Noten sein" stammt von ihr selbst. Hewitts charakteristischer, transparenter Klavierton prägt natürlich auch dieses außergewöhnliche Album, das aber vor allem auch viele verschiedene Zugänge zu Bachs wunderbarer Musik dokumentiert! (2001/2026)




