Rezension
Die Anzahl der immer noch aktiven Jazzmusiker jener Generation war bereits 2009 sehr überschaubar. Zwei der Mitglieder von Phil Woods' hier zu hörendem Quintett (Bassist Steve Gilmore und Drummer Bill Goodwin) spielten immerhin seit Mitte der 70er Jahre im Ensemble des Bop-Veteranen; da hatte der Tristano-Schüler, dessen Album-Debüt 1954 erschien, aber schon eine komplette Jazzkarriere hinter sich! Mit 77 Jahren war Phil Woods immer noch spielend in der Lage, erstklassigen Jazz aus dem Ärmel zu schütteln. In diesem Falle handelt sich's um eine Art Tribut an das geniale Gespann Ellington / Strayhorn: Die Tempi sind zwar gemäßigt, doch steckt in deren Kompositionen bekanntlich genug, um niemals Langeweile aufkommen zu lassen. Das Ensemble taucht tief in die wundersamen Harmonien der großen Meister ein, alle Beteiligten haben reichlich Gelegenheit, ihr großes Talent zu zeigen (ein Höhepunkt ist etwa Bill Charlaps Solo-Klavier-Aufnahme von Strayhorns "Lush Life"!). Brian Lynchs Trompete erweist sich immer wieder als perfekter Counterpart zu Woods' Alt. Eine perfekt eingespielte Band auf absoluter Höhe – von Routine ist da so wenig zu spüren wie von Alterserscheinungen… Klanglich ist diese Venus-Aufnahme ohnedies wieder allererste Liga! – Erstmals vollständig auf Vinyl. (2009/2025)




