Rezension
Die Billy Corgan-Band war für die Erneuerung des Gitarrenrocks um 1990 kaum weniger wichtig als Nirvana. Wo jene allerdings ihre feste Heimat im Underground hatten, waren die Pumpkins von vorneherein als Stadion-Act angelegt (was ihnen viele Alternative Rock-Fans auch alsbald übelnahmen): Diese mächtigen Gitarrenwände gehörten in die großen Arenen, und da kamen sie auch recht schnell hin. Zu Beginn noch als Vorprogramm für die Red Hot Chili Peppers und Pearl Jam, aber das sollte sich bald ändern. Corgan jedenfalls liebte im Gegensatz zum introvertierten Kurt Cobain die Show und die Inszenierung, und als Songwriter ist er nicht zu unterschätzen – erst recht nicht als Arrangeur. Das Debüt enthält mit Titeln wie der Debütsingle "I Am One", Krachern wie "Siva" oder "Tristessa", dem psychedelischen "Rhinoceros" und der folkigen Schlußnummer "Daydream" bereits praktisch alle Aspekte des Corganschen Könnens… – Zum 35. Albumgeburtstag gibt es wieder Vinyl. (1991/2026)






