Rezension
Als 2008 das letzte Album dieses Trios erschien, war der Begriff "Supergroup" noch kaum angebracht, denn damals waren alle drei Musiker nur Szenekennern ein Begriff. Inzwischen können sie mit Auszeichnungen Regale füllen; die jeweiligen Diskographien sind beeindruckend. Wenn diese drei Ausnahmemusiker nun erstmals nach 17 Jahren wieder zusammenarbeiten, hat das nichts mit Nostalgie zu tun: "Thereupon" ist geprägt vom Hunger nach Neuem, es ist gefüllt mit zupackender, gleichzeitig abenteuerlustiger Musik. Zeitgenössische "klassische" Musik ist in diesem Jazz-Entwurf ebenso präsent wie polyrhythmische Weltmusik oder kantiger (Alternative) Rock; und nein, zur Entspannung ist das eher nicht zu gebrauchen. Als "unzugänglich" kann man es aber auch nicht bezeichnen, denn trotz extrem freien Passagen wie etwa in "A Fire City", trotz allen wilden Hakenschlägen der Rhythmen und Melodien, greift hier doch alles ineinander, und die Logik, der die Musik folgt, mag zwar nicht immer unmittelbar nachvollziehbar sein, aber ihre Existenz ist fühlbar. Ein sehr großes Album einer, in jeder Hinsicht, echten Supergroup! (2025)




