Rezension
Wenn zwei Produzenten (hier Curt Boettcher und Gary Usher) eine Band entwerfen, dann ist das Ergebnis normalerweise kurzfristiger kommerzieller Erfolg und künstlerische Vernachlässigbarkeit. Insofern sind The Millennium ein Paradoxon: Der Erfolg blieb vollständig aus, das daher einzige Album der Band ist hingegen eine der am schönsten schillernden Blüten der späten 60er. Hochtalentierte Musiker waren dabei, neben Boettcher etwa Sandy Salisbury und Michael Fennelly, irgendwo spielt Doug Dillard mal Gitarre. Das Songwriting war so innovativ wie ohrenschmeichelnd; Parallelen zu den späten Beach Boys, den Byrds, Mamas & Papas sind unverkennbar, aber auch zu Freak-Pop-Vertretern wie The Free Design und Harper's Bizarre. Psychedelia und Melodieseligkeit (nebst edelstem Harmoniegesang) halten sich glänzend die Waage, seltsame Effekte gibt's zwar reichlich, doch nie zum Selbstzweck – weswegen das Werk auch hervorragend gealtert ist. Auf dem Sammlermarkt gilt das Original übrigens als die teuerste LP, die die US-Columbia je herausbrachte… Was die 2011er MOV-Ausgabe umso erfreulicher machte. Neupressung. (1968/2011, Pressung aktuell)






