Rezension
Quincy Jones hatte mit den Aufnahmen für sein "Big Band Bossa Nova"-Projekt einige Wochen früher begonnen, aber Verve war mit der Veröffentlichung dann zwei Monate schneller. Unerheblich eigentlich, denn verwechseln kann man die beiden Alben nicht. Jones feierte eine mitreißende Brasil-Party (genialisch, selbstverständlich), wohingegen Getz und Arrangeur/Bandleader Gary McFarland die subtilen Klangfarben und die sanften Grooves der brasilianischen Meister auf das Big Band-Format zu übertragen suchten, was staunenswerterweise ganz wunderbar gelang. Die mit Koryphäen wie Bob Brookmeyer, Clark Terry, Jim Hall und Hank Jones besetzte Band agiert so federnd wie eine große Katze: Maximale Raffinesse. Dieses nach "Jazz Samba" erst zweite von Getz' erfolgreicher Reihe von Bossa-Alben enthält zudem einige seiner wunderbarsten Soli überhaupt; allein sein Spiel auf "Chega de Saudade" und "Noite Triste" qualifiziert für die Sternstunden-Zertifikation! – HQ-Reissue, Mastering von Ryan K. Smith. (1962/2026)






