Lady Blackbird

Black Acid Soul

Label/AN:  BMG Rights / Foundation Records, 538711481
Format:  LP

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Rezension

Den Künstlernamen, den Marley Munroe sich gab, mag man auf den ersten Blick als etwas prätentiös empfinden. Ihre Musik ist es nicht. Ihr Debüt, für das sich die Sängerin aus Los Angeles ein Jahrzehnt Zeit gelassen hat, ist ein sparsam instrumentiertes Wunderwerk an der Schnittstelle zwischen Soul und Jazz; für beide Gattungen ist ihre kehlig-rauchige Stimme ideal geeignet. Die Repertoire-Auswahl dabei ist erstaunlich: Neben eigenen, gemeinsam mit Produzent Chris Seefried geschriebenen Songs sind da etwa Tim Hardins “It’ll Never Happen Again”, das 60’s-Soul-Juwel “It’s Not That Easy” von Reuben Bell, aber auch Bill Evans intimes “Peace Piece”, mit Text versehen und umbenannt in “Fix It”, aber dem Geist des Stückes gerecht bleibend, oder “Collage” vom 1969er Debüt der James Gang, das sich hier anhört, als habe es nicht Joe Walsh, sondern John Coltrane geschrieben. Und natürlich “Blackbird”, jener Song von Munroes großem Vorbild Nina Simone, nach dem sie sich benannte. Wer den so singen kann wie sie, darf das tatsächlich auch. Man lehnt sich tatsächlich nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, daß diese Sängerin die schmerzliche Lücke zu schließen in der Lage ist, die Amy Winehouse hinterlassen hat. Sehr groß. (Und auch noch ausgezeichnet klingend, das Mastering stammt gar von Bernie Grundman!) (2021)