Rezension
Auf dem zweiten von Jonathan Wilson produzierten Album bewegt sich die Australierin noch weiter von ihren akustischen Folk-Wurzeln weg als mit dem Vorgänger "Ramona": Mit Bläsern (Holz und Blech), Streichern, Pauken und allerlei Sounds aus Wilsons großer Studio-Zauberküche breitet Cummings das große Pop-Drama vor uns aus – und klingt dabei, als hätte sie das schon immer gemacht. Ihre zu allen Nuancen zwischen hauchzart und gewaltig fähige Altstimme ist natürlich auch ein perfektes Instrument für eine charismatische Diva. Wilsons Arrangements können da so üppig sein, wie sie wollen, diese Stimme läßt sich nicht ersticken, man kann sie nur schmücken, je prächtiger, desto besser. Der Pop-Wiz, dessen eigene Platten ja reichlich Zeugnis von seiner Freude am Spiel mit Klängen ablegen, dürfte für diese Ideal-Kundin sehr dankbar sein. Sie für ihn allerdings auch, denn so wunderbar die große Oper inszenieren, daß können heute nicht mehr viele. Merke: Weniger ist oft mehr. Aber nicht immer. – Burgunderrotes Vinyl. (2026)




