Rezension
Ziggy Marley macht inzwischen über einen längeren Zeitraum Platten, als sein Vater überhaupt am Leben war, was sich seltsam anfühlt, aber das nur nebenher. Nach dem auch schon wieder einige Jahre zurückliegenden All Star-Album "More Family Time" (2020) ist der Reggae-Star wieder ganz bei sich und zeigt mit einem ungewöhnlich politischen Album, daß er sich seiner Verantwortung als Genre-Star durchaus bewußt ist. Sauertöpfisches Moralisieren findet allerdings nicht statt, wenn Marley gegen Korruption, Rassismus, Umweltzerstörung, Ausbeutung und andere Segnungen unserer Zeit aufsteht: Marley lächelt, läßt die Sonne scheinen, will Hoffnung geben. Ein besonderes Juwel findet sich im Zentrum des Albums: "Many Mourn For Bob" ist eine bewegende Hymne für den Vater, den er mit elf Jahren verlor. 57 mußte er werden, um diesen Song zu schreiben. Aufgenommen wurde das Album übrigens in der Stimmung auf 432 Hz (gegenüber den gängigen 440), was, so sagt man, eine heilende, beruhigende Wirkung habe. Scheint etwas dran zu sein… (2026)






