Rezension
Zum Entsetzen vieler Fans hatte Paul Weller die populärste britische Gitarrenband der Ära aufgelöst. Was er nach The Jam präsentierte, dürfte manchem Fan als Hochverrat erschienen sein: Weller gab sich mit seinem neuen musikalischen Partner Mick Talbot als Jazz-versierter, subtiler Entertainer alter Schule. Das Debüt seines Style Council bestand darüber hinaus zum nicht geringen Teil aus Instrumentals, die für die Loungebereiche von Luxushotels geschrieben zu sein schienen: Rock'n'Roll war gestern. "Café Bleu" kletterte dennoch bis auf Platz zwei der britischen Charts – aber ob das dieselben Hörer waren wie zuvor…? Die musikalische Brillanz des Albums beeindruckt allerdings heute noch, und fraglos gelang Weller dieser Lagerwechsel wesentlich souveräner und glaubwürdiger als manch einem nicht weniger ambitionierten Kollegen. – Die Deluxe-Ausgabe rahmt das Original-Album ein in zwei LPs voller Demos, Single-Versionen, 12"-Mixe, B-Seiten, Alternate Takes und unveröffentlichte Songs! (1984/2026)




