Rezension
Erst nach Evans Tod wurden diese 1967er Aufnahmen entdeckt, das Doppelalbum erschien erstmals 1982. Sein Titel führt in die Irre (es ist schlicht nach dem eröffnenden Song benannt), denn aufgenommen wurde es auf der anderen Seite des Kontinents – in eben jenem Village Vanguard, wo sechs Jahre zuvor nicht nur zwei von Evans besten Alben, sondern überhaupt zwei der besten Klaviertrio-LPs der Jazzgeschichte entstanden waren. Dort zu spielen, war für Evans also sicherlich kein alltäglicher Auftritt. Besonderen Reiz gewinnt dieses Album dadurch, daß die hier zu hörende Version des Evans-Trios sonst nicht dokumentiert ist. Bassist Eddie Gómez war nun ein gutes Jahr dabei, aber der Platz am Schlagzeug war seit Larry Bunkers Ausstieg hoher Fluktuation unterworfen. Hier wird er von Philly Joe Jones eingenommen, ein Drummer, dessen Ruf kaum mit Evans' Image als introvertiertem Klavierlyriker zu vereinbaren ist. Und dem er hier denn auch kaum gerecht wird: Energetischer hat man Evans selten spielen hören, und es ist phantastisch. Unverkennbar ist sein Spiel dennoch, aber Jones sorgt immer wieder für ungewohnten Drive. Eine höchst erfreuliche Wiederveröffentlichung (im Rahmen der Verve Vault Vinyl-Reihe, gemastert von Ryan K. Smith!), um so mehr, als daß dieses Evans-Juwel seit Erscheinen der Originalpressung nie wieder auf Vinyl aufgelegt wurde! (1982, rec. 1967/2026)






