Rezension
Echte Stars sind unter klassischen Schlagwerkern bekanntlich eher die Ausnahme, aber der Ensemblename ist dennoch nah an der Wahrheit. Unter der Leitung des Komponisten, Dirigenten, Arrangeurs und nicht zuletzt Perkussionisten Harold Farberman versammelte sich Anfang der 80er eine erlesene Mannschaft, die ihren festen Arbeitsplatz in den Spitzenorchestern Amerikas (mit einer europäischen Ausnahme aus Dänemark) hatten: Boston, New York (Philharmonic und Met), Philadelphia, Cleveland, Pittsburgh. Das zehn Mann starke Ensemble bedient ca. 60 verschiedene Schlaginstrumente; die Melodien werden dabei von Glockenspiel, Xylophon, Vibraphon o.ä. getragen. Georges Bizets Carmen-Fantasie war dabei eine naheliegende Repertoirewahl (der russische Komponist Rodion Schtschedrin lieferte mit seinem Carmen-Ballett 1967 eine Art Vorlage); wirklich spannend wird's mit dem Scherzo aus Beethovens Neunter – doch Farbermans Arrangement trägt, die Nuancen in Klangfarben und Ausdruck verblüffen ein ums andere Mal! Desgleichen im populären "Kanon" Johann Pachelbels; und die Fassung des "Marsch zum Schafott" aus der "Fantastique" hätte dem effektfreudigen Hector Berlioz sicher außerordentlich gut gefallen! NB: Bei aller Sound-Vielfalt, die das Album natürlich zum audiophilen Selbstläufer werden läßt, geht es hier letztlich um ein musikalisches Experiment. Ein gelungenes! – Alle früheren Vinylausgaben sind mehr oder weniger teuer; doch insbesondere die 2012er Edel-Ausgabe auf First Impression Music kostet heute ein Vielfaches ihres Neupreises. Die Neuedition dreht nun auf 45 Touren – und dürfte mithin noch dynamischer sein… Auf jeden Fall ist damit zu rechnen, daß sie eine ähnliche Sammlerstück-Karriere hinlegt. (1983/2025)




