Rezension
Als k.d. lang anno 2013 bei Neko Case und Laura Veirs per E-Mail nach einer Kooperation fragte, antworteten die beiden jüngeren Kolleginnen innerhalb einer halben Stunde; die ersten Aufnahmen fanden bald darauf statt. Bis ein ganzes Album fertig war, dauerte es aufgrund der schwer in Einklang zu bringenden Terminkalender dann allerdings trotzdem drei Jahre. Die Latte hängt natürlich bei den Trio-Aufnahmen der Kolleginnen Harris, Ronstadt & Parton – mithin praktisch unerreichbar hoch. Aber "case / lang / veirs" (konsequent in langscher Kleinschreibung) ist sehr nah daran, oft gar auf einer Höhe. Ganz vergleichbar ist das Album natürlich nicht, weil weder Case noch Veirs eine reine Country-Vergangenheit haben, sondern eher einer alternativen Singer/Songwriter-Szene zuzurechnen sind. Aber das war k.d. lang natürlich bewusst, als sie ausgerechnet diese beiden als Partnerinnen auserkor. Und tatsächlich überrascht nicht nur, wie fantastisch diese drei Persönlichkeiten und Stimmen hier harmonie(sie)ren, sondern auch, wie ausbalanciert das Album zwischen ihnen ist – lang ist nämlich keineswegs tonangebend. "case / long / veirs" ist ein echtes Gemeinschafts-Werk, es ist voller großartiger Songs, denen Produzent und Veirs-Ehemann Tucker Martine jeweils ein tadellos sitzendes Gewand zuschnitt: Der Mann wurde seinem Ruf als einer der besten Produzenten der Gegenwart hier einmal mehr gerecht. Zu echten einer Fortsetzung des Projektes ist es leider bislang nicht gekommen, aber zum zehnjährigen Jubiläum gibt es nun immerhin eine erweiterte Neuausgabe, die nicht nur einen neuen Track ("Accidental Tattoo") enthält, sondern vor allem zwölf unveröffentlichte Live-Aufnahmen! (2016/2026)






