Rezension
Das Debüt nahm der mit Auftrittsverbot belegte Dichter und Liedermacher in seiner Wohnung in Ostberlin auf, nach deren Adresse es benannt ist. Ein Grundig-Tonbandgerät und ein Sennheiser-Mikrophon hatten ihm Freunde aus dem Westen besorgt, das fertige Band wurde dann wieder über die deutsch-deutsche Grenze geschmuggelt; das Album erschien auf dem Underground-Label Wagenbachs Quartplatte. Was Biermann darauf sang, stieß nicht nur den Parteikadern im Osten sauer auf: Biermanns schonungslose Beobachtungen waren auch jenseits der Mauer dazu geeignet, manches Weltbild empfindlich zu stören. – Die Direktheit der minimalistischen Aufnahme verfehlt auch nach fünfeinhalb Dekaden ihre Wirkung nicht! (1968/2025)





