Rezension
"Age ain't nothing but a number", proklamierte die damals 14jährige Aaliyah einst. Für Madonna, 68, gilt das Gleiche, von der anderen Seite des Altersspektrums aus. Mit "Confessions II" kehrt sie zu ihrem 2005er Klassiker "Confessions On A Dancefloor" zurück, inklusive Produzent Stuart Price. Mit beeindruckender Konsequenz und Bravour. Potentielle Hits bündelweise, Schulterschluß mit der jungen Generation (Duett mit Sabrina Carpenter), mit "Read My Lips" (mit dem Kolumbianer Feid) auch ein Schritt über die heute so scharf bewachten südlichen Landesgrenzen. Denn der Dancefloor ist nicht nur ein Ort, zu dem man geht, um sich auszutoben. Es ist ein mythischer Ort, an dem kultureller Hintergrund, Hautfarbe, sexuelle Orientierung keine Rolle spielt. Ein Ort der wahren Gleichheit, wo Sprache durch Bewegung ersetzt wird. Nicht nur "Danceteria" (über den legendären New Yorker Gay-Club der 80er) erzählt davon. Man kann das Album als gnadenlos hedonistisch empfinden, aber im Amerika des Jahres 2026 ist es auch ein deutliches politisches Statement. – Es gibt eine Version mit zwölf Tracks (transparent rot) und eine erweiterte mit 16 (pink); beide funktionieren wie ein perfektes DJ-Set. (2026)






