Rezension
15. Februar 1986, Kongresshalle, Frankfurt am Main. Zwei alte Freunde stehen auf der Bühne, Saxophon und Klavier, keine Rhythmusgruppe. Der Pianist spielte den überwiegenden Teil der 1960er zwar konventionelleren Jazz (etwa bei Woody Hermann oder als Begleiter von Betty Carter, stand aber der Avantgarde keineswegs fern und war 1963 Teil von Pharoah Sanders' erster Band gewesen. An diesem Abend ließen sie ihre Instrumente miteinander verschmelzen, erst zärtlich (mit Hicks' Ballade "After The Morning"), im weiteren Verlauf aber mit zunehmender Energie – allerdings ohne die extremen Free-Exzesse, die man von Sanders' Impulse!-LPs kennt, diese Phase hatte der Saxophonist lange hinter sich. Wie diese beiden Musiker hier kommunizieren, ist ein wunderbares Erlebnis; Sanders' Saxophon scheint in Hicks' flächigem Klavierspiel förmlich zu baden. Schon allein für die herrliche "Giant Steps"-Version ein Pflichtstück. Erstaunlicherweise wurde dieser klanglich exzellente Mitschnitt erst 2023 erstmals veröffentlicht, dies ist die Vinyl-Premiere. Eine absolut essentielle Erweiterung beider Diskographien! (2023, rec. 1986/2026)






