Alice Sara Ott

Echoes Of Life

Label/AN:  Deutsche Grammophon, 002894860595
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Im Kern geht es hier um Chopins 24 Préludes. Doch ist dies nicht einfach eine weitere Gesamteinspielung des Opus 28. Die deutsch-japanische Pianistin hat ein Konzeptalbum aufgenommen; der Zyklus wurde dafür eingerahmt und immer wieder unterbrochen von Miniaturen zeitgenössischer Komponisten von György Ligeti über Arvo Pärt, Toru Takemitsu, Nino Rota und Francesco Tristano bis Chilly Gonzales; am Ende steht eine auf Mozarts “Lacrimosa” (aus KV 626) basierende Eigenkomposition. Das Konzept ist ein biographisches, die “Stolpersteine” stehen für besondere Momente und Phasen im Leben der Musikerin, die 2019 erfuhr, daß sie an MS erkrankt ist. Noch ist sie symptomfrei, aber das Damoklesschwert schwebt über ihr, ihre Karriere (für jemanden, der seine Liebe zum Klavier mit vier Jahren entdeckte und seither auslebt, auch der Lebensinhalt) kann jederzeit beendet sein. Vor diesem Hintergrund sollte man das Album hören. Wobei auch unabhängig davon eine sehr bemerkenswerte Chopin-Einspielung bleibt, so überlegt gestaltet wie klangschön und (selbstverständlich) in seiner technischen Brillanz stupend (als kleines Beispiel dafür gelte das 10. Prélude mit seinen unfaßbar leicht und kristallklar klingenden Läufen): Somit ist dieses Album nicht weniger ein pianistisches Statement, wie es ein autobiographisches ist. (2021)